Eigentlich wäre es ein perfektes Jahr für die Schweizer Zuckerrüben gewesen: Ideale Witterung und geringer Schädlingsdruck sorgten für erfreuliche Erträge. Doch ein technischer Defekt in der Zuckerfabrik Frauenfeld stellt die Branche nun vor massive logistische Herausforderungen.
Das Jahr 2025 war geprägt von einem Zuwachs bei den Anbauflächen (12’436 Hektaren) und der Anzahl der Produzenten (3’089 Pflanzer). Trotz einer leicht verspäteten Aussaat aufgrund des nassen Winters entwickelten sich die Bestände unter den vorteilhaften klimatischen Bedingungen prächtig.
Der "Supergau" ereignete sich am 23. November 2025: Ein schwerer Defekt am Kalkturm zwang die Zuckerfabrik Frauenfeld zum kompletten Stillstand der Produktion. Bis zu diesem Zeitpunkt verliefen Ernte, Transport und Verarbeitung in den Werken Aarberg und Frauenfeld überdurchschnittlich gut. Nun steht die Branche vor einer logistischen Herkulesaufgabe für den Neustart im neuen Jahr. Um die verbleibenden Rüben doch noch verarbeiten zu können, wird in Frauenfeld unter Hochdruck an einer provisorischen Lösung gearbeitet. Dabei soll die Fabrik extern mit Branntkalk und flüssigem CO₂ versorgt werden, was eine Wiederaufnahme der Verarbeitung mit reduzierter Kapazität ermöglichen würde.
Während die Versorgung mit Kalk bereits geregelt ist, stellt die Beschaffung von flüssigem CO₂ eine enorme Herausforderung dar. Da die benötigten Mengen und die passenden Transportkapazitäten europaweit knapp sind, muss die Logistikkette mit grossem Aufwand sichergestellt werden. Ziel der Schweizer Zucker AG ist es, die Verarbeitung im neuen Jahr sofort wieder zu starten, sobald die Versorgung mit CO₂ stabil steht.
Text Quelle: lid.ch
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