Väderstad stellte in Schweden seine Einzelkornsämaschinen Tempo T 6–7 vor. Der Anwender soll beim Wechsel zwischen den Kulturen Mais, Rüben und Sonnenblumen Zeit sparen.
Väderstad hat seine Tempo-Baureihe in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt und die Einzelkornsämaschine noch stärker auf hohe Schlagkraft, Präzision und schnelle Umrüstbarkeit ausgelegt. Bei unserem Besuch in Väderstad haben wir uns die Maschine vor Ort genauer angesehen. Zudem durften wir einen Blick in die Produktionshallen werfen.
Das aktuelle Konzept basiert weiterhin auf dem bewährten Gilstring-Säherz, das auch bei hoher Fahrgeschwindigkeit eine kontrollierte Kornablage sicherstellen soll, ergänzt um digitale Steuerung und neue Automatisierungsfunktionen.
Ein zentraler Technologiesprung ist das 2024 eingeführte WSX-System für Tempo L, Tempo V und Tempo F. Es bringt bürstenlose Motoren, 48-V-Technologie sowie drei wichtige Funktionen: automatische Vereinzelung, aktive hydraulische Reiheneinheit mit konstanter Ablagetiefe und Kurvenausgleich, der die Dosierleistung in Kurven automatisch anpasst. Gerade für den Praxisalltag ist das relevant, weil sich damit der Rüstaufwand reduziert, die Ablage stabiler bleibt und die Maschine auf wechselnde Bodenverhältnisse schneller reagiert.
2026 folgt mit der neuen Tempo T 6–7 ein weiterer grosser Schritt. Herzstück ist ein teleskopierbarer Rahmen mit hydraulischer Reihenweitenverstellung.
Statt die Reihen einzeln umzubauen, wird die gewünschte Reihenweite über einen seitlichen Hebel eingestellt. Wird der Hebel eingerastet, verstellen sich alle Reihen gleichzeitig. Anschliessend passt der Fahrer den Teleskoprahmen vom Traktor aus hydraulisch an. Die Maschine erkennt die eingestellte Reihenweite automatisch und zeigt sie im iPad-basierten Väderstad-E-Control-System an.
Die Maschine ist in zwei Grundvarianten erhältlich: mit sechs Reihen für Reihenweiten von 450 bis 750 mm sowie mit sieben Reihen für 500 bis 800 mm. Das macht sie deutlich flexibler für den Betriebseinsatz.
Auch die Tempo V wurde überarbeitet und bleibt die vielseitige Lösung für Betriebe mit wechselnden Fruchtfolgen. Väderstad hebt bei ihr das offene Design, die flexible Anpassbarkeit und den neuen Fronttank FH 2200 hervor, der mit vier Dosiersystemen arbeitet und eine präzisere Düngerapplikation inklusive Section Control und variabler Aufwandmenge ermöglicht. Zusammen mit dem Klapprahmen und der neuen Reiheneinheit Generation II wird die Maschine noch stärker auf Übersicht, Bedienkomfort und saubere Integration der Technik ausgelegt.
Für die Präzision im Feld spielt zudem die digitale Ebene eine immer grössere Rolle. Mit E-Control lassen sich Maschine und Einstellungen per iPad drahtlos überwachen und anpassen; möglich sind unter anderem Fernkalibrierung, Echtzeitüberwachung, die Änderung der Arbeitstiefe während der Fahrt und die Anzeige von Ablagegenauigkeit und Ausbringmenge. Ergänzt wird das durch Funktionen wie Teilbreitenschaltung, Kurvenkompensation und applikationskartenbasierte Tiefensteuerung.
Ein Blick auf die Geschichte von Väderstad
Die Geschichte begann 1962, als der Landwirt Rune Stark und seine Frau Siw Stark für ihren eigenen Betrieb eine robuste Stahlegge entwickelten. Die Nachfrage von Nachbarbetrieben war so gross, dass daraus ein Unternehmen entstand. In den 1970er Jahren folgte der Bau einer eigenen Fabrik, und Väderstad entwickelte sich zu einem der führenden Hersteller von Bodenbearbeitungsgeräten in Skandinavien.
In den 1990er Jahren gelang mit der Einführung der Rapid-Sämaschine der internationale Durchbruch. Es folgten weitere Innovationen wie die Carrier-Kurzscheibenegge, der TopDown-Kombinationsgrubber und die Tempo-Hochgeschwindigkeits-Einzelkornsämaschine. Durch Übernahmen – unter anderem von Seed Hawk in Kanada sowie Produktionsstandorten in den USA – baute Väderstad seine weltweite Präsenz weiter aus.
Bis heute befindet sich das Unternehmen im Besitz der Gründerfamilie Stark und zählt weltweit zu den technologisch führenden Herstellern moderner Sä- und Bodenbearbeitungstechnik.
Autorin/Bilder: Kirsten Müller
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