Die Schweizer Landwirtschaft konnte den Lebensmittelbedarf der Bevölkerung in diesem Jahr nur noch bis zum 13. Juli aus eigener Produktion decken. Ab diesem Datum stammt der statistische Lebensmittelkonsum bis Ende Jahr aus Importen. Der Schweizer Bauernverband (SBV) weist auf die sinkende Selbstversorgung der Schweiz und die zunehmende Abhängigkeit vom Ausland hin.
Mit einem Bruttoselbstversorgungsgrad von rund 50 Prozent produziert die Schweizer Landwirtschaft heute etwa die Hälfte der im Inland konsumierten Lebensmittel. Dieser Anteil ist in den vergangenen Jahren gesunken – entsprechend fällt der Food Overshoot Day immer früher.
Im internationalen Vergleich ist die Schweiz stark auf Lebensmittelimporte angewiesen. Deutschland erreicht einen Selbstversorgungsgrad von rund 88 Prozent und kann seine Bevölkerung deutlich länger mit heimischen Produkten versorgen. Frankreich deckt seinen Eigenbedarf weitgehend aus eigener Produktion.
Gleichzeitig geraten die weltweiten Produktionsgrundlagen zunehmend unter Druck. Der Verlust landwirtschaftlicher Flächen, Wasserknappheit, Bodendegradation und Wetterextreme erschweren die Lebensmittelproduktion. Auch geopolitische Konflikte und Handelsstörungen können die Versorgungssicherheit beeinflussen.
Nach Angaben des Schweizer Bauernverbands führt eine stärkere Abhängigkeit von Importen nicht automatisch zu einer geringeren Umweltbelastung. Ein grosser Teil des ökologischen Fussabdrucks des Schweizer Konsums entsteht im Ausland. Mit importierten Lebensmitteln werden somit auch die Umweltwirkungen der Produktion ausgelagert.
Eine leistungsfähige Schweizer Landwirtschaft und der Erhalt landwirtschaftlicher Produktionsflächen seien deshalb wichtige Voraussetzungen für die Ernährungssicherheit und den Schutz natürlicher Ressourcen, so der SBV.
Die Entwicklung des Food Overshoot Days zeigt, dass die Ernährungssicherheit zunehmend an Bedeutung gewinnt. Eine stabile Versorgung setzt voraus, dass Produktionsgrundlagen erhalten bleiben, die Landwirtschaft langfristig wettbewerbsfähig bleibt und Ressourcen sorgfältig genutzt werden.
Mit der Agrarpolitik 2030 stehen deshalb wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft an.
Quelle: Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 13. Juli 2026: «Ab heute ist die Inlandproduktion aufgebraucht».
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