Das Bundesamt für Statistik hat die neue Taschenstatistik 2026 veröffentlicht. Die darin enthaltenen Zahlen zeigen eindrücklich, wie stark sich der Schweizer Agrarsektor wandelt. Wir haben einen Blick in die Daten geworfen und uns gefragt: Was bedeuten diese Entwicklungen und wie könnte die Zukunft für Lohnunternehmen aussehen?

Die soziale und demografische Entwicklung in der Landwirtschaft liefert bemerkenswerte Zahlen. Laut der aktuellen Statistik ist die Zahl der Beschäftigten in der Branche seit dem Jahr 2000 um beachtliche 29 Prozent gesunken. Gleichzeitig zeigt die Altersstruktur ein klares Bild: Ein Viertel der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter in der Schweiz ist bereits über 60 Jahre alt.
Wenn auf den Höfen zunehmend die Hände zum Anpacken fehlen und parallel dazu Hofübergaben oder strategische Neuausrichtungen anstehen, dürfte die Auslagerung von zeit- und kraftraubenden Feldarbeiten an externe Dienstleister stark an Bedeutung gewinnen. Lohnunternehmen könnten künftig eine noch zentralere Rolle einnehmen, um diese personellen Lücken auf den Betrieben zu schliessen.
Ein Blick auf den Maschinenpark der Schweizer Landwirtschaft liefert eine weitere beeindruckende Zahl. Aktuell weist die Statistik rund 198'000 Landwirtschaftsfahrzeuge aus. Diese hohe Dichte an Fahrzeugen verdeutlicht die enorme Kapitalbindung auf den Einzelbetrieben.
Da moderne, schlagkräftige Technik in der Anschaffung tendenziell immer teurer wird, stehen viele Landwirte vor grossen wirtschaftlichen Herausforderungen. Es ist gut vorstellbar, dass künftig weniger Kapital in den eigenen Maschinenpark gebunden wird und stattdessen eine überbetriebliche, optimierte Maschinenauslastung in den Fokus rückt. Die Beauftragung von Lohnunternehmern könnte für viele Höfe bald ein noch viel entscheidenderer Faktor für eine rentable Betriebsführung werden.
Bei der landwirtschaftlichen Nutzfläche bestätigen die Daten zunächst ein traditionelles Bild: Ganze sieben von zehn Hektaren in der Schweiz sind Grasland. Gleichzeitig offenbaren die Zahlen spannende Entwicklungen im Ackerbau, denn der Anbau von Ölsaaten wie Soja, Raps und Sonnenblumen nimmt langfristig zu.
Leistungsstarke Maschinenketten für die Futterernte bleiben das sichere Fundament. Der Zuwachs bei den Ölsaaten erfordert jedoch zunehmend hochspezifische Aussaat- und Erntetechnik. Da sich die Anschaffung solcher Spezialmaschinen für den Einzelbetrieb oft kaum rechnet, könnten sich hier in Zukunft ganz neue Marktnischen öffnen. Innovative Lohnunternehmen, die für diese Kulturen geteilte Mechanisierungslösungen anbieten, dürften künftig gefragt sein.
Hier geht's zur Taschenstatistik des BLW.
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