Die zweite Proberodung bei den Zuckerrüben zeigt kaum Aussicht auf Besserung. Extreme Trockenheit, Hitzewellen und starker Rüsselkäferbefall lassen die Erträge massiv unter den Durchschnitt sinken.

Seit der ersten Erhebung gab es im gesamten Anbaugebiet nur sehr wenig Niederschlag (Ostschweiz: 38 mm, Westschweiz: 25 mm). Das Defizit gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt ist in beiden Regionen besorgniserregend.
Zusätzlich zum Wassermangel haben Hitzewellen die Bestände stark belastet. Die Zuckerrübe übersteht Hitze zwar im Überlebensmodus (schlaffe Blätter am Boden), doch dies funktioniert nur bei gesunden Pflanzen ohne Schädlingsbefall. Starker Rüsselkäferbefall hat die Situation verschärft. Bekämpfte Parzellen haben die Hitzewellen besser überstanden und können allfällige Niederschläge noch in Wachstum umsetzen. Zudem erleichtern gesunde Rüben die Fabrikverarbeitung.
Der Ertrag nahm in beiden Regionen um 14 t/ha auf 50 t/ha zu – das sind rund 20 t/ha weniger als im Schnitt. Die Erfahrungen zeigen, dass die zweite Erhebung meist dem Endergebnis entspricht. (Hinweis: Die manuellen Erhebungen liegen rund 15 bis 20 % höher als bei der maschinellen Ernte.)
Als Lichtblick erweist sich der hohe Zuckergehalt, der den geringen Ertrag teilweise kompensiert. Die Zuckerproduktion pro Hektar ist mit dem schlechten Blattlausjahr 2021 vergleichbar. Hohe Amino-N-Werte erschweren jedoch den Kristallisationsprozess der Saccharose und erhöhen die Zuckerverluste in der Melasse.
Zwar kühlen sich die Temperaturen etwas ab, doch für einen Ertragszuwachs sind zwingend weitere Niederschläge nötig – die Regenwahrscheinlichkeit ist in der Ostschweiz etwas höher.
In der Westschweiz rechnet die Schweizer Zucker AG mit einem Totalausfall von 400 bis 800 ha. Pflanzer werden gebeten, Totalausfälle zur optimalen Logistikplanung zu melden. Sinkende Temperaturen mindern das Risiko von Sekundärinfektionen. Bis Ende Oktober wird geraten, die Rüben möglichst nah am Verladetermin zu roden, da sie im Boden besser halten als in Mieten.
Weitere Infos liefert die BetaSwiss-App. In Frauenfeld startet die Bio-Kampagne am 11. September, die konventionellen Rüben folgen voraussichtlich um den 24. September in beiden Werken.
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