Ob bei Erntearbeiten oder beim Kistenstapeln: viele Tätigkeiten in der Landwirtschaft gehen auf den Rücken. Technische Hilfsmittel wie Exoskelette können den Körper gezielt entlasten, die Gesundheit der Mitarbeitenden schonen und so auch betriebswirtschaftlich punkten.

Mindestens zwei Drittel der in der Landwirtschaft tätigen Personen leiden regelmässig unter Rückenschmerzen bis hin zu chronischen Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE), schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL). Diese Rückenprobleme entstehen oft schleichend über Jahre hinweg. Besonders belastend für den Körper sind dabei Arbeiten in vorgebeugter Haltung, wiederkehrende Bewegungsabläufe sowie das Heben und Tragen von schweren Lasten. Hinzu kommen oft ungünstig gestaltete Arbeitsplätze oder Arbeitshöhen und lange Arbeitstage ohne ausreichende Erholung. Prävention ist daher weitaus wirksamer als eine spätere Behandlung.
Exoskelette sind tragbare Unterstützungssysteme, die bestimmte Körperregionen entlasten. In der Landwirtschaft kommen vor allem passive Exoskelette zum Einsatz. Diese nutzen Elemente wie Federmechaniken oder Gummizüge, um Energie zu speichern und bei Bewegungsabläufen einen Teil der Muskelarbeit zu übernehmen – sie wirken quasi wie zusätzliche Muskeln ausserhalb des Körpers. Die Vorteile in der Praxis: Sie sind wartungsarm, benötigen keine Akkus und lassen sich einfach reinigen. Durch die gezielte Entlastung der Rücken- und Hüftmuskulatur ermüden Mitarbeitende an langen Arbeitstagen weniger schnell.
Trotz der vielversprechenden Technologie sind Exoskelette keine Wundermittel. Sie können übermässige Belastungen nicht vollständig kompensieren und ersetzen weder eine ergonomische Arbeitsweise noch optimierte Arbeitsabläufe. Zudem eignen sie sich nicht für jede Arbeit gleichermassen – bei knienden Tätigkeiten oder sehr dynamischen Bewegungsabläufen können sie auch einschränkend wirken. Sie sind jedoch eine hervorragende Ergänzung zu bestehenden Präventionsmassnahmen.
Da nicht jedes Exoskelett zu jeder Tätigkeit und jedem Mitarbeitenden passt, ist ein Praxistest unter realen Bedingungen unerlässlich. Nur wenn das System richtig eingestellt ist und getragen wird, entfaltet es seine volle Wirkung. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) bietet Betrieben einen praktischen Testservice für ein rückenentlastendes Exoskelett an.
Weitere Informationen zur Ausleihe finden Sie direkt bei der BUL: Ausleihe Exoskelett (BUL)
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