Väderstad-CEO Henrik Gilstring, Enkel des Väderstad-Gründers Rune Stark, spricht über die Zukunft der Lohnunternehmer, technologische Entwicklungen und die Rolle von Digitalisierung und Bodenschutz.

Henrik Gilstring: Ich habe in Stockholm Finanz‑ und Rechnungswesen studiert und anschliessend zwei Jahre in der Unternehmensberatung gearbeitet. Vor rund 14 Jahren bin ich zu Väderstad zurückgekehrt, und seit etwa vier Jahren stehe ich an der Spitze. In meiner Generation sind wir neun Cousins, fünf arbeiten vollzeitig im Unternehmen. Wir führen Väderstad als eng verbundenes Familienunternehmen.
Sie nutzen unsere Maschinen unter anspruchsvollsten Bedingungen und geben uns wertvolle Rückmeldungen dazu, wo im Praxisalltag Grenzen erreicht werden oder Optimierungspotenzial besteht. Dieses Feedback fliesst direkt in die Entwicklung neuer Maschinengenerationen ein.
Im Fokus stehen Wirtschaftlichkeit, Schlagkraft und Präzision. Ebenso wichtig ist die Flexibilität: Eine Maschine muss unterschiedliche Kulturen und Arbeitsschritte zuverlässig abdecken können, ohne die Bedienung unnötig zu verkomplizieren.
Wir arbeiten nach dem Grundsatz: Die Bodenbearbeitung sollte so flach wie möglich, aber so tief wie nötig sein. Das ist für uns mehr als ein Spruch, es ist ein Leitprinzip. Mit dem Carrier haben wir Ende der 1990er Jahre die flache Bearbeitung stark vorangetrieben, und diesen Weg entwickeln wir konsequent weiter. Ein Beispiel: Mit den CrossCutter‑Scheiben ermöglichen wir eine sehr flache, aber intensive Stoppelbearbeitung. Wir erreichen bei sehr geringer Arbeitstiefe einen intensiven Schnitt und eine gute Durchmischung, ohne das Bodenprofil unnötig zu stören.
Inputeffizienz! Saatgut und Dünger müssen an der richtigen Stelle, in der richtigen Menge und in der passenden Tiefe abgelegt werden. So holen wir aus jedem Korn und jedem Kilogramm Dünger das Maximum heraus und verbessern gleichzeitig die Stabilität der Erträge.
Die Maschinen müssen einfacher und intuitiver bedienbar sein. Automatische Funktionen und Assistenzsysteme unterstützen Fahrer mit unterschiedlichem Erfahrungsniveau dabei, auch unter Zeitdruck eine saubere und reproduzierbare Arbeit abzuliefern.
Sie investieren mehr Zeit in Planung und Beratung und übernehmen mehr Risiko in Bezug auf die Produktionsqualität. Das muss sich in der Kalkulation ihrer Dienstleistungen widerspiegeln.
Selbstverständlich! Wir sehen, dass die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft unter Druck steht, die Planbarkeit abnimmt, die Volatilität zunimmt. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Position als führender Partner für Bodenbearbeitung, Saat und Pflanzung weiterstärken. Dafür investieren wir konsequent in Innovationen und erschliessen neue Märkte, etwa in Brasilien.
Anmerkung: Diesen Betrieb besuchte Kirsten Müller während ihres Aufenthaltes in Schweden, organisiert von der Keller Technik AG, Hauptimporteur Väderstad.
Autorin: Kirsten Müller
Bilder: Kirsten Müller
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