An der Unfallverhütungstagung 2026 in Grangeneuve standen Sicherheit bei Forstarbeiten, der richtige Einsatz persönlicher Schutzausrüstung und die sorgfältige Vorbereitung auf Notfälle im Mittelpunkt.








Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) und agriss führten am 18. und 19. August 2026 die nationale Unfallverhütungstagung am IAG Grangeneuve in Posieux durch. Rund 100 Fachpersonen nahmen teil. Gleichzeitig wurde der neue westschweizer BUL-Standort in Grangeneuve offiziell eröffnet.
Im Zentrum standen konkrete Lösungen für die landwirtschaftliche Praxis. Die Teilnehmenden erfuhren, wie Arbeitsplanung, Ausbildung, sichere Technik und persönliche Schutzausrüstung zusammenspielen müssen.
Ein Erfahrungsbericht zeigte, wie schnell ein kurzer Moment schwerwiegende Folgen haben kann. Auch langjährige Erfahrung schützt nicht vor Unfällen, wenn Aufmerksamkeit oder Sicherheitsmassnahmen vernachlässigt werden.
Thematisiert wurde zudem die überarbeitete EKAS-Richtlinie 2134 «Forstarbeiten». Arbeiten mit der Motorsäge, das Fällen und Aufrüsten von Bäumen sowie die maschinelle Holzbringung gelten als besonders gefährlich und setzen entsprechende Kompetenzen voraus.
An praktischen Posten wurden Sicherheitsmassnahmen beim Einsatz von Motorsäge, Forstseilwinde und Buschholzhacker vorgestellt. Entscheidend sind eine geeignete Ausbildung, funktionierende Sicherheitseinrichtungen, korrekt gewartete Geräte und eine sichere Arbeitsweise.
Bei Arbeiten mit der Motorsäge ist zudem die passende persönliche Schutzausrüstung unverzichtbar. Die Vorführung einer beschädigten Schnittschutzhose veranschaulichte, wie deren Fasern im Notfall die Sägekette blockieren können.
Sicherheit beginnt bereits bei der Arbeitsplanung. Dazu gehören die Sicherung des Arbeitsplatzes, geeignete Arbeits- und Sicherungstechniken sowie die Vorbereitung möglicher Rettungseinsätze.
Koordinaten, Rettungsplätze und Zufahrtswege müssen vor Arbeitsbeginn bekannt sein. Eine Demonstration mit der Rega und Airmarker zeigte zudem, wie ein Unfallort aus der Luft sichtbar markiert werden kann. Schauen Sie sich den Einsatz der Rega in unsem Reel auf Instagram an. Martin Barmettler zeigte mit dem Airmarker Ballon eine neue Möglichkeit, den Unfallort aus der Luft sichtbar zu markieren. Auch dazu haben wir ein Reel auf unserem Instagram-Kanal.
Der zweite Tag war der persönlichen Schutzausrüstung gewidmet. Bei Atem- und Gehörschutz können bereits kleine Anwendungsfehler die Schutzwirkung deutlich verringern. Auch bei Handschuhen sind die richtige Materialwahl und das korrekte Ausziehen entscheidend.
Beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sollen Risiken nach dem STOP-Prinzip zunächst durch Ersatzprodukte sowie technische und organisatorische Massnahmen reduziert werden. Persönliche Schutzausrüstung ergänzt diese Vorkehrungen.
Auch Warnkleidung und Schutzhelme müssen zur jeweiligen Arbeitssituation passen. Die erforderliche Schutzwirkung hängt unter anderem von den Gefährdungen, den Sichtverhältnissen und dem Zustand der Ausrüstung ab.
Der Einstieg in Güllegruben und Schächte erfordert Kenntnisse über Gasgefahren, ein Sicherheitskonzept, geeignete Ausrüstung und entsprechende Ausbildung. Ebenso wichtig ist eine vorbereitete Rettung, damit im Notfall keine weiteren Personen gefährdet werden.
Die Tagung verdeutlichte, dass wirksame Prävention stets mehrere Faktoren vereint: Ausbildung, Arbeitsplanung, sichere Technik, korrektes Verhalten und passende Schutzausrüstung.
Mehr Infos gibt's auf der Website des BUL.
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