Die zweite Hitzewelle dieses Sommers trifft vielerorts auf anhaltende Trockenheit. Für die Landwirtschaft ist dabei weniger die Hitze als vielmehr der Wassermangel das grösste Problem. Während einige Kulturen ihr Wachstum einstellen oder in einen «Schlafmodus» wechseln, versuchen Landwirtinnen und Landwirte, ihre Bestände mit Bewässerung zu schützen.

Bei hohen Temperaturen lassen Zuckerrüben tagsüber ihre Blätter hängen – eine natürliche Schutzreaktion gegen Trockenstress. Dank ihres tiefreichenden Wurzelsystems können sie Trockenperioden vergleichsweise gut überstehen und nach Niederschlägen wieder austreiben. Dennoch kostet diese Erholung Energie und kann zulasten von Ertrag und Zuckergehalt gehen.
Deutlich stärker betroffen sind derzeit die Kartoffeln. Bleiben die Temperaturen über längere Zeit hoch und kühlen die Nächte nicht genügend ab, kommt das Knollenwachstum vielerorts praktisch zum Stillstand. Wie stark sich dies auf die Ernte auswirkt, wird sich nach den Ertragserhebungen im August zeigen.
Auch im Gemüsebau stellt die Witterung die Produzentinnen und Produzenten vor grosse Herausforderungen. Besonders Blattgemüse leidet unter Hitzestress. Dank Beregnungsanlagen können viele Betriebe ihre Kulturen zwar noch ausreichend versorgen, der Bewässerungsaufwand ist jedoch deutlich höher als in den vergangenen Jahren.
Beim Getreide zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Die Gerstenernte verlief bisher vielerorts zufriedenstellend, während sich die Auswirkungen der Trockenheit auf den Weizen erst nach Abschluss der Ernte beurteilen lassen.
Wo genügend Wasser zur Verfügung steht, bleibt die Bewässerung die wichtigste Massnahme gegen die Trockenheit. Priorität haben dabei empfindliche Kulturen wie Kartoffeln, Karotten oder Gemüse. Gleichzeitig ist Bewässerung kostspielig und nicht überall möglich.
Ob die diesjährige Ernte deutlich kleiner ausfällt, hängt nun vor allem vom Wetter der kommenden Wochen ab. Einig sind sich die Fachleute jedoch: Nicht die Hitze allein, sondern vor allem die anhaltende Trockenheit stellt die grösste Herausforderung für die Schweizer Landwirtschaft dar.
Quelle: Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes (LID): «Kartoffeln stoppen das Wachstum, Rüben gehen in den Schlafmodus» von Jasmine Baumann (9. Juli 2026).
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